EIN JEDERMANN 2.0 / UA 1991 im Theater in der Josefstadt, Wien

Ein Jedermann 2.0 in Braunau am InnZum Stück

Jedermann/frau kennt Hugo von Hofmannsthals  „JEDERMANN“, das Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes, seit 1920 jeden Sommer aufgeführt am Domplatz zu Salzburg.
Hugo von Hofmannsthal fand das Thema in der englischen Bearbeitung der anonym überlieferten Moralität The Somonynge of Everyman (gedruckt 1529); Einzelheiten entnahm er der Hans Sachs-Komödie Hecastus (1549). 

Am 1.12.1911 fand die Uraufführung des Mysterienspieles über die „Hinfälligkeit der irdischen Besitztümer und der Heilsnotwendigkeit der Buße“ unter der Regie von Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann statt.
Felix Mitterer hat nun dieses alte Mysterienspiel ins späte 20. Jahrhundert fortgedacht und -geschrieben, wie Max Reinhardt im amerikanischen Exil es schon mehrmals vorhatte und doch nie verwirklichte.
Ein Jedermann 2.0 in Braunau am InnMitterers Jedermann ist aber nun kein Playboy und Müßiggänger, sondern der hart arbeitende Generaldirektor eines Stahl- und Waffenkonzerns, der nicht nur über das Wohl und Wehe seiner vieltausendköpfigen Firmenbelegschaft bestimmt, sondern mittels seiner wirtschaftlichen Macht auch Einfluss auf die Politik gewinnt. Mit seinen Waffen verkauft er den Tod in alle Welt.
Am letzten Tag seines Lebens schickt Gott dem Jedermann harte Prüfungen, an denen er sich bewähren mag, wenn er seine Seele retten will. Die Frau tötet sich, die Geliebte will ihn verlassen, 100.000 Arbeiter blockieren demonstrierend die Stadt, die Kurse des Konzerns stürzen ins Bodenlose. Da kommt der Teufel ins Spiel. Als „Trouble-Shooter“ tritt er auf, als Wallstreet-Yuppie, und er „hilft“ dem Jedermann, puscht ihn und die Firma noch einmal hoch.
Alle treten sie auf, alle Figuren des alten Spiels, aber wir erkennen sie zuerst gar nicht. „Gott Vater“ kommt als Cooler Gentleman, „Gott Sohn“ als junger Rebell, die „Buhlschaft“ als Chefsekretärin, „Dicker Vetter“ als Kardinal, „Mammon“ als Bankier, „Werke“ als korrumpierbarer Gewerkschaftspräsident, der Bundeskanzler als „Guter Gesell“ und der Tod als Tod.
Am Ende des Tages ist die Firma gerettet und Jedermann tot. Ein Herzinfarkt, was sonst… Gott Vater hält Gericht. Aber wohin geht es mit Jedermann, der am Ende ein besserer Mensch geworden zu sein scheint. Himmel oder Hölle? Lassen sie sich überraschen!

Abendkasse: ab 18:30 Uhr
Beginn:
20:00 Uhr
Kartenpreise:
 20 €   (Schüler/Studenten: 16 €)

Das Team

Buch: Felix Mitterer
Regie: Robert Ortner
Bühne: Gunnar Bressnik
Bühnenbild / Ausstattung: Ensemble
Grafik: Wolfgang Dorfner, Alexander Morgenroth
Foto: Robert Banfic
Maske: Sonja Huber
Gesamtkonzept: Robert Ortner, Wolfgang Dorfner

DarstellerInnen

Evelyn Bauer, Hans Dzugan, Günter Gatterbauer, Gerhard Kasinger, Florian Kotanko, Hans Luibl, Gabriele Pointner, Bernadette Prähofer, Svenja Auer, Boris Schumm, Dita Sommerauer, Anette Springer, Oliver Vilzmann,

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